Die Völker Ardas - Ein Stück der Gweth'alwen
An einem warmen Sommertag versammeln sich Elben, Zwerge, Hobbits und Menschen um dieses Schauspiel zu sehen. Sie suchen sich die letzten freien Plätze vor der kleinen Bühne. Aufgeregtes Getuschel ist überall zu hören. Die Erwartungen sind groß, auch wenn die Schausteller Kinder sein werden. Die Völker von Arda wird man ihnen zeigen und ein jeder freut sich auf das Werk. Ein hochgewachsender Mann betritt das Podest. Geduldig weilt er dort oben bis das hektische Treiben um die letzten Plätze durch seine Anwesenheit verstummt. Freundlich nickt er, verneigt sich und verlässt den SChauraum ohne ein weiteres Wort. Dies überlässt er Rjada.
Rjada spielt Mutter Erde (Arda) - top
Warum habe ich bloss ja gesagt?
Mit schwitzenden Händen und zitternden Knien tritt Rjada auf die Bühne. Vorsichtig, Schritt für Schritt, geht sie bis an den Rand des Aufbaus. Das Kleid, das um ihre Beine fliesst und das sie weit hinter sich herzieht, macht sie noch unsicherer, als sie schon ist. Mit glühenden Wangen steht sie da und versucht, nicht zu genau ins Publikum zu gucken.
Bestimmt sehe ich fürchterlich aus!
Aber da beginnt die Musik zu spielen und Rjada nimmt sich zusammen und beginnt mit sanfter, aber gut hörbarer Stimme zu singen:
Hört ihr Leute gross und klein
Höret auf die Stimme mein'
Zu euch spricht eure Mutter Erde
Auf das das Spiel eröffnet werde.
Gross folgt auf Klein
So muss es sein
Und so muss es bleiben
Auch beim Stückeschreiben.
Ich künd' euch an das Kleine nun
Die Kinder wollen auch was tun
Vor Mythos gross
kommt Märchen bloss
Die Kinder wollen zeigen
Was ihnen ist zu eigen
Bilder gross und Lieder fein
Sie zeigen euch: So soll es sein
Ich wünsche mir, dass es so sei
Nach der Kriege langer Reih'
Soll Frieden herrschen auf der Welt
So wie es den Kindern gefällt
Gefällts auch mir
Ich bitte sehr
Dass ihr das Spiel nicht störet
Und wohlgesinnt zuhöret.
Quynnivfier Salimae (Musiker) top
Quynnivfier steht bereits mit der Flöte in der Hand hinter dem geschlossenen Vorhang auf der Bühne.
Nervös ist gar kein Ausdruck der ihre innere Aufgewühltheit ausreichend zu beschreiben vermag.
Der Moment ganz kurz bevor sich der Vorhang öffnet ist immer der Spannendste.
Gleich gleich gehts los, wenn nur alles gut geht. Ich bin ohnehin so anfällig für Lampenfieber und dann muß ich auch gleich schon bei der allerersten Szene mitspielen. Warum muss nur jeder Auftritt immer mit Nervosität verbunden sein die Musik macht doch Freuede...
Aber die Zuschauer, wenn sie merken dass ich...
Unsinn die werden nichts merken, die werden das Stück sehen und begeistert sein.
Der Vorhang beginnt sich zu öffnen und die erste kleine Schauspielerin betritt die Bühne. Man sieht ihr an dass sie mindestens ebenso nervös ist wie Quynnivfier. Diese wirft der Kleinen noch schnell einen aufmunternden Blick zu bevor sie ihr Musikinstrument ansetzt und konzentreirt auf den Moment wartet wo Rjada zu singen beginnt, um ja nicht den Einsatz zu verpassen.
Und siehe da es klappt wie am Schnürchen: Sobald die ersten Töne gespielt und die ersten Zeilen gesungen sind, läßt sich Quynnivfier ganz von der fröhlichen Musik treiben, und denkt gar nicht mehr daran, dass sie auf einer Bühne steht und ihr ein falscher Ton passieren könnte, nein im Gegenteil sie ist sogar fast ein bisschen stolz hier stehen zu dürfen, und spielt das Stück locker und mit viel Freude bis zum Ende durch.
Diadja spielt Musik top
Diadja prüft noch einmal die Spannung der Saiten, dann stellt er sich bequemer hin und konzentriert sich auf die Bühne. Neben ihm steht Quynnivfier mit ihrer Flöte. Die junge Frau hat sich wirklich sehr für das Stück eingesetzt. Es scheint ihr genau so viel Spass zu machen, wie den Kindern. Auch sie scheint nervös zu sein. Diadja fühlt ebenfalls das bekannte Ziehen in der Bauchgegend und wischt sich die feuchte Hand an seinem Umhang ab, um nicht auf den Saiten abzurutschen. Aber er hat genug Bühnenerfahrung, um sich weiter nichts anmerken zu lassen. Er weiss, dass dieser unsichere erste Moment zu öffentlichen Auftritten gehört wie der Applaus.
Stolz beobachtet er, wie sich der Vorhang öffnet und seine älteste Tochter in einem wunderschönen, wallenden Kleid die Bühne betritt.
Wie ein Engel sieht sie aus, meine Rjada. Wer hätte gedacht, dass wir auf dieser Insel einmal die Gelegenheit haben würden, vor so vielen interessierten Leuten aufzutreten.
Diadja beginnt, die Laute zu schlagen, und Rjada fällt mit ihrer hellen, klaren Stimme ein.
Ein wundervolles Mädchen ist sie. Wer weiss, vielleicht finde ich hier sogar einen sorgenden Ehemann, der sie zu schätzen weiss.
Rjada (Musiker)
Geschafft!
Mit glühenden Wangen dreht sich Rjada möglichst anmutig um, rafft ihre Röcke und versucht, nicht einem Drang nachzugeben, der sie antreibt, Hals über Kopf von der Bühne zu rennen.
Etwas hektisch sucht sie die Mitte des Vorhangs und kann schliesslich hinausschlüpfen.
Hier steht auch schon Uliza bereit. Die kleine Kröte zwinkert ihr doch tatsächlich zu und sieht so fröhlich aus, als würde sich dort hinter dem Vorhang ein Rummelplatz befinden und nicht ein Brettergerüst, auf dem man allen Blicken ausgesetzt ist.
Die Menschen (gezeigt von Uliza)
Etwas zu hastig stürmt Uliza auf die Bühne. Sie freut sich schon richtig auf ihr lustiges Lied. Singen, das ist einfach. Aber immer diese Anweisungen, wo man zu stehen hat... ehe sie sich's versieht hat Uliza den Rand der Bühne erreicht.
Ach verflixt! Da sollte ich doch erst zum Schluss stehen...
Schnell besinnt sich Uliza und weicht ein paar Schritte zurück, bis sie in der Mitte der Bühne steht. Da beginnt auch schon die Musik zu spielen, und Uliza beginnt, eine imaginäre Harcke zu schwingen. Sie ist froh, dass sie in ihren normalen Kleidern auftreten kann. So fühlt sie sich wohl.
Jetzt kommt der Schwertkampf. Uliza säbelt in der Luft herum, ihre Wangen fühlen sich ganz heiss an. Musik macht Spass!
Jetzt! Nicht den Einsatz verpassen!
Schnell stellt sich Uliza wieder an den Rand der Bühne und beginnt mit ihrem kleinen Mädchenstimmchen zu singen:
Ein Mensch bin ich, wohn überall
Auf Bergeshöhen, im Schattental
Im Mondlicht und im Sonnenschein
Wo ich grad bin ist mein Daheim
Leb nicht solang wie Elb und Zwerge
Doch blick zurück auf große Werke
Ich bau und schmied, bau an und leb
Vertrau auf das was in mir bebt
Wir fochten Kriege und gewannen
Die Dunkelheit sie zog von dannen
Doch nur mit Hobbits, Zwerg und Elb
Kam Licht in diese dunkle Welt
Diadja (Musiker) top
Diadja zwinkert Milaja kurz zu, als diese sich neben ihm aufstellt und ihre Fiedel ans Kinn setzt.
Dann wendet er seine Aufmerksamkeit wieder der Bühne zu, auf der soeben Uliza erschienen ist.
Aber - was macht sie denn da? Sie sollte doch zuerst in der Mitte der Bühne stehen. - Ah, jetzt fällt es ihr wieder ein. Dieses Kind darf man auch keine Minute aus den Augen lassen!
Mit einem kleinen Seitenblick auf Milaja beginnt Diadja mit dem Menschenlied, bevor Uliza noch auf dumme Gedanken kommen kann. Der Rest läuft dann auch ganz prima und Diadja kann sich ein kleines stolzes Lächeln nicht verkneifen.
Uliza (Schauspielkind zeigt Menschen) top
Das Lied ist zu Ende, Uliza macht einen kleine n Knicks vor den Zuschauern und hüpft dann über die Bühne zum Vorhang.
"Viel Glück!" Wispert sie Sylla zu, die als Elbin verkleidet bereitsteht.
Die Elben (gezeigt von Sylla)
Endlich ist ihr Einsatz gekommen, auf den sie so lange gewartet hat. Nervös zwingt sich Sylla zu einem Lächeln, als Uliza vor ihr die Bühne verlässt. Es kommt ihr wie ein Traum vor, die sanften Klänge der Harfe, das leise Raunen des Publikums und die vielen Gesichter, die alle auf sie und ihr wunderschönes, fließendes Kleid gerichtet sind.
Es ist ganz anders als in den Proben...
Mit anmutigen Schritten tänzelt Sylla zur Bühnenmitte vor. Der Text! Wie fängt er an?
Sylla erstarrt, denn einen Moment lang sind ihr die Worte entfallen, obwohl sie sie so gut gelernt hat. Als die Melodie erklingt, entspannt sich Sylla wieder und verbannt alle aufgeregten Gedanken aus ihrem Kopf. Nicht daran denken, einfach so tun, als ob es eine Probe wäre...
Leise erhebt sie ihre Stimme, und erst als sie merkt, dass ihr das Lied wie von selbst von den Lippen fließt, wird ihre helle klare Stimme fester.
Ich bin die Elbe, wunderschön,
bin weise und voll Zaubermacht.
Ein Wunder bin ich anzusehn
bei Harfenklang, in sanfter Nacht.
In meinem Lande, weiß und grün,
erklingen zauberhafte Lieder.
Des Himmel Sternenkönigin
spiegelt sich im Wasser wider.
Noch jung sind wir und doch uralt,
es zieht uns übers ferne Meer.
Die Länder wir verlassen bald;
heim fahr'n wir ohne Wiederkehr.
Mirjam (Musiker) top
Schon in ihrem Kleid, dass sie später beim Hauptstück auch tragen wird, sitzt Mirjam bei ihrer Harfe und beobachtet die Kleinen, wie aufgeregt sie sind, wie nervös, und trotzdem scheint es allen zu gefallen.
Da kommt auch schon Sylla als Elbin dran. Sie sieht sehr hübsch aus in ihrem Kleidchen auch wenn sie einen Moment so aussieht, als würde sie auf der Stelle zu Eis werden.
Aber in diesem Augenblick gleiten Mirjams Fingern über die Saiten der Harfe und entlocken ihnen zauberhafte Töne bei denen sich Sylla sichtlich entspannt. Da beginnt sie zu singen, mit ihrer klaren, hellen Mädchenstimme.
Wie herzig! Sie sehen alle so stolz aus, wenn die da oben stehen dürfen in ihren Kostümen und etwas singen! Kleine, vor Aufregung gerötete Wangen... Man muss sie einfach gern haben! Und wenn nicht alles so hinhaut, wie es sollte, ist es auch egal, keiner erwartet, dass sie perfekt ihre Texte auswendig können....
Sichtlich stolz liegt Mirjams Blick zuerst auf Sylla, dann gleitet er über die anderen Kinder, die, die schon dran waren und die, die den großen Auftritt noch vor sich haben. Es ist ein wunderbarer Anblick, wie sie da zusammen stehen, so unterschiedliche Kinder, aber gleichzeitig auch wieder so ähnlich...
Da ist das Lied vorbei, die letzten Töne verklingen.
Die Hobbits (gezeigt von Mimyâna)
Angespannt hört Mimi mit halben Ohre der Musik zu, auf die sie sich aber im Moment nicht einlassen kann, immerwieder geht sie in ihrem Köpfchen das Gedicht durch, das sie gleich aufsagen wird. Nachdem alle das so gut gemeistert hatten, musste sie es doch auch hinkriegen!
Jetzt bloß nicht den Text vergessen! Nein, nein, gaaaanz ruuuhiiig....
Sie lächelt unsicher zu Sylla, als diese wegtritt und schaut dann mit großen Äuglein zu Mirjam.
Als das Lied leise zu Ende geht, tut Mimyâna ein paar zaghafte Schritte in die Mitte der Bühne. Sie stellt sich hin und grinst vorsichtig. Einmal räupert sie sich noch kurz, dann beginnt sie mit piepsigem Stimmchen die ersten Worte der Strophe aufzusagen, doch nach einer Zeile spricht sie klar und deutlich. Sie hebt ein paar Mal zögernd die Hände, macht dann ein paar Bewegungen und Gesten zu einzelnen Worten, zum Schluss hin läuft alles glatt, wie in der Probe.
Ein Hobbit bin ich,
schau mal her.
Recht klein, ja freilich!
und doch viel mehr:
Ich komme aus dem Auenland,
ich mag es da sehr gern.
Mein Smial dort schon immer stand,
ich geh nicht in die Fern'!
Abends steck ich ein Pfeifchen an,
so soll es immer sein!
Wenn ich mein Bäuchlein reiben kann,
Dann ist das Leben fein .
Am Schluss reibt sie sich zufrieden das Bäuchlein und schaut gespannt ins Publikum.
Erleichtert stellt sie fest, dass sie es geschafft hat. Ihr Herz pocht noch immer entsetzlich schnell, doch so langsam macht sich ein breites Strahlen auf dem Gesichtchen der Kleinen breit. Sie atmet tief ein und macht ein paar Tippel-Schritte zur Seite, während sie Tobi aufmunternd zu zwinkert.
Die Zwerge (gezeigt von Tobi)
Ein Zwerg bin ich mit Axt und Bart
Wohn tief im Berg und grab nach Schätzen
Ich bin nicht groß, von tapfrer Art
Gemütlich bin ich, muß nicht hetzen
Die erste Strophe.
Im Dämmerdunkel grab ich gern
Nach Gold und anderen Gemmen
Schmied Silberschwert und Zauberrüstung
Und lieb es auch zu schlemmen
Und die zweite, Prima!
Bau starke Reiche, groß an Macht
"Tobi,, Ritter Tobi! Schnell! Der König!"
...Käfer, jetzt nicht ich habe keine Zeit....
So war es damals, doch auch heute
"Der König möchte eine Audienz beim Stadthalter!"
....jetzt? Aber ich muss mich in einen Zwerg verwandeln! Es geht nicht, die letzte Strophe des Gedichtes, bitte....
Das Finkel- Funkel Schloß voll Pracht
"Feuer Tobi, Feuer!"
Ist immer noch im Kopf der Leute
"Ist immer noch im Kopf der, der Leute..."
Spricht Tobi leise und äußerst Konzentriert. Wenn der grün schillernde Käfer doch nur Ruhe geben würde aber immer quatscht er ihm dazwischen wie ein altes Waschweib. Er schließt die Augen um das Lied erneut durchzugehen. Drei Strophen, es sind doch nur drei Strophen. Vorhin auf dem Weg hier hin hatte er sie sich immer und immer wieder laut vorgesagt, strotzender Brust um den dichten roten Zwergenbart, den er sich einbildete, vor sich herzutragen. Seine dicken Lederstiefel die er sich vorstellte zu tragen stampften auf den Boden, ja, er war ein richtiger Zwerg und die Leute blieben stehen und schauten ihm nach. Jetzt schmückte sein kindliches Gesicht tatsächlich ein Bart, ein selbstbemachter aus Wolle und seine Füße stecken in Lederstulpen. Doch das beste überhaupt ist die Axt die er halten darf! Eine richtige Axt auch wenn sie aus Holz ist. Jeder Unhold würde sich vor ihm fürchten!
Als er wieder die Augen öffnet kann er vor sich die anderen Kinder sehen, ihre Gesichter sind gemischter Gefühle. Die einen strahlen vor Glück, können es kaum noch erwarten, andere sehen aus als müssten sie eine Rechenaufgabe vor der ganzen Klasse lösen.
Und wie sehe ich aus?
Da öffnet sich der Vorhang, jetzt ist keine Zeit mehr darüber nachzudenken! Raus! Hinaus! Vor die Menge treten heißt es nun, das macht einem Zwerg doch keine Angst!
Mir schon...so viele Leute....Ein Zwerg bin ich mit Axt und Bart...Ich bin von tapfrer Art!
Und Tobi reckt sich, Atmet tief ein und streckt die Brust hervor, fühlt wie sich seine Lungen noch mehr weiten und die Aufregung wie ein Bienenschwarm durch seinen Körper strömt. Und dann ist er auf der Bühne, ehe er daran denken kann zurück zu laufen schwingt er die Axt umher und seine Schritte sind fest, als lägen es ihm im Blut trotz Butterweicher Knie. Muss ich jetzt ran?
Ein kurzes Schweigen verrät ihm dass er nun tatsächlich an der Reihe ist und er stimmt an, etwas zu laut und schnell aber nur die ersten paar Worte, dann fließt seine Stimme gemeinsam mit der Melodie der Instrumente.
"Einzwergbinich mit Axt und Bart
Wohn tief im Berg und grab nach Schätzen
Ich bin nicht groß, von tapfrer Art
Gemütlich bin ich, muß nicht hetzen"
Das hat wunderbar geklappt und Tobi ist zufrieden doch eine dunkle Mauer befindet sich da in seinem Kopf.
Wie fing die nächste Strophe an?...
"Im dummen Dunkel grab ich Heut
Nach Gold und anderen Schätzen
... Silberschwert und Zauberrüstung
Und schlemmen tue ich auch gern..."
Tobi läuft hochrot an nach seiner Neuerfindung des Liedes und auch wenn er sich es einredet, die Hitze ist es nicht. Und genauso wenig liegt es an der Anstrengung dass ein herz wahre Purzelbäume schlägt. Dann leitet die Melodie die dritte Strophe ein.
Es war doch ganz anders...Bau starke Reiche, groß an Macht..
"Bau starke Reiche, groß an Macht
So war es damals, doch auch heute
Das Finkel- Funkel Schloß voll Pracht
Ist immer noch im Kopf der Leute"
Schnell verneigt er sich wobei ihm der Bart ein wenig herabrutscht Hoffentlich hat das keiner gemerkt als er dann, zwar wieder fröhlich aber mit roten Ohren, von der Bühne eilt hinter den schützenden Vorhang.
Quynnivfier Salimae (Musiker) top
Nach Flöte und Glockenspiel nimmt Quynnivfier nun die Maultrommel zur Hand.
Jaja, etwas Abwechslung kann nie schaden, und viel falsch machen kann ich bei diesem Instrument auch nicht, da ich ja nur mit dem Mund die Töne formen muss - nicht viel anders, als würde ich ein Lied pfeiffen.
...und schon gehts los: Mit fröhlichem metallischem Gezirpe, begleitet sie Tobi's Auftritt auf der Bühne.
Oh wie süss, er hat einen roten Bart und eine "richtige" Axt dabei, hmm scheint etwas nervös zu sein der Kleine. - Halt die Ohren steif, das wird schon
Einmal muß Quynnivfier beinahe kurz innehalten und ein Lachen unterdrücken: An der Stelle nämlich, an welcher Tobi ein wenig zu "dichten" beginnt.
Doch sie kann ihr Amusement darüber gerade noch zügeln. Zwinkert nur ein wenig belustigt und spielt munter weiter.
Das war ja richtig kreativ, tja Kinder haben eben genug Phantasie und Spontanität, um auch aus kleinen "Hängern" liebenswerte Einlagen zu gestalten - dafür sollte ich ihm nachher direkt gratulieren.
Die Ents (gezeigt von Tamlin)
Tamlin grinst fröhlich, als der kleine Tobi an ihm vorbei von der Bühne stolpert.
"Gut gemacht, Recke!" flüstert er ihm aufmunternd zu.
Dann jedoch konzentriert er sich auf seinen eigenen Auftritt. Es ist gar nicht einfach, mit dem zweiggeschmückten Lederriemen um den Kopf durch den Vorhang zu kommen. Vorsichtig, um die Pracht nicht zu zerstören, geht Tamlin gemessenen Schrittes auf die Bühne.
Die Leute werden sich bestimmt fragen, was ein junger Mann in einem Kinderstück sucht...
Der Gedanke entlockt Tamlin wieder ein vergnügtes Lächeln. Er hat es noch nie als eine Schande angesehen, die Spiele und Freuden der Kinder zu teilen.
Langsam, auf den Rhythmus der tiefen, tragenden Melodie lauschend, bewegt er sich über die Bühne, die ebenfalls zweigbedeckten Arme wie erhoben, um eine Baumkrone nachzahmen. Als er endlich am Rand der Bühne steht und in die Zuschauerreihen sehen kann, beginnt er mit tiefer und bedächtiger Stimme, seinen Reim zu intonieren. Dabei wiegt er seinen Oberkörper langsam hin und her, als ob ein unsichtbarer Wind durch seine "Blätterkrone" rauschen würde.
Ein Baumhirt bin ich, Ent genannt
Gar groß, doch rein im Herzen
Der Fangornwald ist mein Zuhaus
Ich lindere seine Schmerzen
Ich kenne Lieder aus alter Zeit
Bin älter als mancher Stein
Doch Wissen und Behäbigkeit
Werden bald vergessen sein.
Noch bin ich hier, du siehst mich nicht
Ich sorg' für Baum und Strauch
In meinen Augen glimmt ein Licht
Denn Kinder mag ich auch.
Die einfachen, lustigen Verse auswendig zu lernen, ist nicht schwer gewesen, und so endet Tamlin sicher und ohne zu stocken und verlässt die Bühne ebenso majestätisch wie er sie betreten hat.
Milaja und Diadja (Musiker) top
Diadja und Milaja nehmen nun wieder die Flöte zur Hand. Die Melodie für das Entlied ist eigentlich recht einfach. Nur tiefe, lange Töne, zu denen sich Tamlin langsam über die Bühne schieben muss. Diadja schielt zu Milaja hinüber und sieht amüsiert, sie sich ihre Stirn in Falten legt und sie die Nase rümpft. Seine Frau ist von Tamlins Kinderliebe und ihren seltsamen Auswüchsen noch nie begeistert gewesen. Aber Tamlins Augen strahlen, und Diadja, der sich selbst oft vornimmt, ein strengerer Vater zu sein, kann nicht anders, als vergnügt zu lächeln.
Zee-Oona
Zee steht hinter der großen Trommel und sieht leise lächelnd den Kindern zu. Manche von ihnen sind echt gut. Sie werden es viel leichter im Leben haben, wenn sie sich jetzt schon auf eine Bühne stellen und kein Lampenfieber haben!
Jetzt kommt ihr Einsatz. Sie nimmt die Trommelstöcke in beide Hände. Die Handflächen sind leicht verschwitzt, weil sie lange mit verschränkten Händen dagestanden hatte. Ich bin außer Übung! Wieso nur schwitze ich so? Ich hab doch kaum etwas gemacht bis jetzt. Vielleicht, weil Tel zusieht? Ach, Unsinn! Sie wechselt einen kurzen Blick mit den restlichen Musikanten, um den Einsatz nicht zu verpassen. Zee nickt kaum wahrnehmbar mit dem Kopf und es geht los.
Langsam und immer abwechselnd heben und senken sich ihre Arme. Dam - dam - dam... Das Stück ist einfach und der Rythmus ist relativ langsam, sodass es ihr nicht schwerfällt, ihn zu halten. Sie weiß, dass sich die anderen Musiker an ihr orientieren.
Quynnivfier Salimae (Musiker) top
Gerade als sie die Maultrommel weggelegt und etwas verschnauft hat, fällt Quynnivfier siedend heiss ein, dass sie ja auch beim nächsten Stück, dem Auftritt des Ents, wieder zum Einsatz kommt. Im letzten Moment langt sie nach ihrer Flöte und trifft punktgenau den Einsatz.
Das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Ja, das kommt davon, wenn man immer so viele verschiedene Dinge auf einmal macht, irgendwann kommt man doch glatt ins Schleudern.
Doch zu den langezogenen tiefen etwas mystisch klingenden Tönen des Entlieds und Zees langsamem rhytmischen Getrommel, beruhigt sich ihr Gemüt auch sogleich und sie findet sofort gut in das Musikstück hinein. Ab und an blickt sie genauso wie ihre Mitmusikanten, während des Spielens verstohlen zu Tamlin, der mit seinen mit Zweigen bedeckten Armen, auf der Bühne langsame groteske Bewegungen vollführt, sodann seine Verse spricht und schliesslich, ganz stolzer Baumhirt, die Bühne getragenen Schrittes wieder verlässt.
Die Orks (gezeigt von Gabe (Adrienna) )
Ungeduldig, von einem Fuß auf den anderen wippend, steht Gabe hinter dem Vorhang und wartet darauf, dass die Musik verstummt, endlich ist er auch dran! Lampenfieber hat er kaum, es geht ja nur um einen kleinen Auftritt und seinen Text kann er gut, das weiß er. Trotzdem...
Unter anderen Umständen hätte er den übrigen Kindern gern zugesehen und ihr Spiel genossen, doch heute wird er schließlich selbst ebenfalls auf der Bühne stehen! Vorsichtig lugt er unter dem Vorhang hinaus, doch viel kann er noch immer nicht sehen... Also kümmert er sich lieber darum, dass das grobe, schmutzige Leinenkostüm richtig sitzt und kratzt sich noch mal ausgiebig unter der Nase. Was auch immer er da im Gesicht hat, es juckt entsetzlich und gerade hat er es noch mehr verschmiert. Doch plötzlich ist keine Zeit mehr, jemanden zu bitten, die Schminke zu erneuern. Die Musik auf der Bühne verstummt für einen Moment und Gabe bekommt sein Zeichen hinauszugehen. Los gehts!
Mit großen Schritten prescht der kleine Ork voller Elan hinterm Vorhang hervor und schafft es gerade noch, vor dem Ende der Bühne wankend zu stoppen. Unwirsch muss er wirken, wie ein wilder Ork. Die Schminke wird schon in Ordnung sein... Er muss sich nur konzentrieren. Grimmig und gefährlich...
Gabe genießt es, sich vor all den Zuschauern in seinem dunklen Kostüm aufzurichten, sich lauernd umzuschauen, noch einmal tief Luft zu holen und dann mit seiner tiefsten und rausten Stimme loszubrüllen.
Ein Ork bin ich, Gelichterkerl
Mag niemanden, nicht einmal mich
Lieb Schabernack und Gold und Perl'
Kriech in mein Loch bei Sonnenlicht.
Ich wohn in Höhlen, ausser Sicht
erschreck' den Menschen und den Zwerg
den Hobbit und den Elbenwicht
Sie meiden meinen Heimatberg
Nicht viele von uns gibt es mehr
Doch umso mehr Geschichten
Und Angst zieht noch im Land umher
Wenn man von mir berichtet.
Luft! Gabe muss kurz hecheln. Während des Vortrags hat er immer wieder passende Gesten gemacht und Gesichter geschnitten und dabei ganz vergessen, oft genug zu atmen. Doch trotzdem ist der Ork zufrieden mit seiner Leistung. Ganz böse guckt er noch einmal in die Zuschauermenge und knurrt, erhascht einen stolzen Blick seiner Mama, dann geht er erschöpft, aber auch erleichtert und zufrieden ab.
„Toll wars!“ flüstert er Han zu, der nach ihm auf die Bühne muss. Auf Uliza hat er während seines Auftrittes gar nicht achten können. Doch bestimmt hat bei der auch alles geklappt. Die macht so was ja öfters... Suchend blickt Gabe hinter sich, auf die Bühne, entdeckt sie dort und lächelt ihr zu.
Uliza (Schauspielkind spielt die Menschen)
Jetzt ist endlich der Ork dran. Darauf hat sich Uliza schon den ganzen Tag gefreut. Mit leuchtenden Augen nimmt sie hinter den grossen Orktrommeln Platz. Ob es wirklich Trommeln sind, wie sie die grausigen Höhlenbewohner benutzten, weiss sie nicht, aber es ist ihr auch gleichgültig. Die Trommeln sind für den Orkauftritt, also sind es Orktrommeln.
Da kommt schon Gabe auf die Bühne gestürmt. So schnell und überraschend taucht er auf, dass Uliza ihren Einsatz verpasst.
Mist! Ich hätte beginnen sollen, bevor er auftaucht. Blöder Kerl! Jungs können einfach nie warten...
Hastig nimmt sie die groben Holzklöppel auf und beginnt, einen immer schneller werdenden Rhythmus zu trommeln. Wenigstens trägt Gabe seine Verse vor, ohne einmal ins Stocken zu geraten. Erleichtert grinst Uliza ihm zu, als sein dunkel verschmiertes Gesicht hinter der Bühne auftaucht.
Die Trolle (gezeigt von Han (Uliza) )
Endlich, endlich kommt Gabe von der Bühne. Han ist schon die ganze Zeit richtig zappelig. Die Hände wollen nicht ruhig sein und er muss immer hin und her laufen. Das geht gar nicht gut in der weiten, ausgestopften Kleidung. Das Stroh kitzelt und piekst durch sein Unterhemd. Beim Gehen schwankt Han bedrohlich von einer Seite zur anderen, weil er die Beine nicht richtig beugen kann.
Wie ein Fass!
Vokrsichtig steigt er die Stufen zur Bühne hinauf. Er muss seine Beine dabei weit zur Seite strecken, damit das Gebilde der zugeschnürten, mit Stroh austestopften Hose nicht kaputtgeht. Endlich ist er auf der Bühne, zwängt sich durch den Vorhang.
Langsam gehen, jetzt . Du bist ein Troll. Ein grosser, dicker, dummer Troll.
Han beugt sich ein wenig vor, lässt die Schultern hängen und versucht, ein dumpfes Gesicht zu machen. Mit schwankenden Bewegungen geht er über die Bühne. Da passiert es: Irgendwie verfängt sich einer seiner nackten Füsse in der weiten Hose. Han strauchelt, schwankt noch ein wenig und landet dann mit einem krachenden Plumps auf den Holzbrettern.
Oh Mist! Mist! Mist! Mist!
So schnell es mit dieser wabbligen Verkleidung geht, richtet er sich wieder auf und geht die verbleibenden paar Schritte zum Bühnenrand.
Bestimmt lachen alle. Nur nicht hinsehen.
Seine Wangen glühen, als er tapfer die drei Strophen des Troll-Liedes anstimmt.
A - aus Stein aus Stein so grau
Bin ich gemacht, da staunst du wohl
Drum bin ich auch ein Kerl so rauh
Und nur mein Kopf ist hohl.
Ich bin ein Troll und stolz darauf
Der Fels ist mein Zuhaus
Doch menschenwärts führt oft mein Lauf
Ich bin auf schöne Dinge aus.
Drum hüte dich, wenn du mich triffst
Mit mir treibt niemand Spass
Komm her, du wagemut'ger Wicht
Das wird ein toller Frass!
Phu, geschafft! Zwar nicht gerade eine Meisterleistung, Han hat noch nie gut singen können, aber immerhin ist es vorbei. Sein ganzes Gesicht glüht jetzt wie ein Vulkan, und schnell -aber ziemlich vorsichtig- verschwindet er hinter dem Vorhang.
Zee-Oona (Musiker) top
Zee hatte von Uliza wieder die Trommelstöcke bekommen, nachdem diese die "Orktrommeln" gespielt hatte. Sie hatte ihr "gut gemacht!" zugeflüstert, aber warscheinlich hatte sie das gar nicht mehr mitgekriegt, denn sie war gleich zu weggerannt, warscheinlich zu ihren Freundinnen oder zu ihren Eltern. Doch Zee lächelt nur leicht, es macht ihr nichts aus, dass Uliza wegrennt. Sie selber war früher garantiert genauso.
Mit abwartenden Gesicht steht sie nun da und wartet auf Ulizas Bruder Han, der den Troll spielt. Da, endlich kommt er, er kann ja kaum gehen in seiner Verkleidung! Oona grinst bei seinem Anblick, sie kann es sich einfach nicht verkneifen, es sieht zu putzig aus!
Als er aber fällt, ist Zee richtiggehend erschrocken. Sie fühlt sich ertappt, sie hat ja gerade noch über ihn gelächelt. Sie macht eine Bewegung, als wolle sie vorstürmen und ihm aufhelfen. Doch zum Glück ist dort die Trommel im Weg, sodass sie erst einmal gebremst wird und sehen kann, dass er sich schon von selber aufrafft und die letzten Schritte bis zur Bühnenmitte macht.
So nimmt Zee die Trommelstöcke und trommelt los. Nicht ganz so langsam wie bei dem Ent, aber immer noch gemächlich. Denn ein Troll ist immer noch sehr groß und langsam. Ab und zu fügt Zee ein paar kleine Verzierungen ein, damit es nicht zu langweilig wird. Aber natürlich ist alles angepasst an Hans Gesang, der soll ja nicht untergehen, sondern hervorgehoben werden.
Uliza / alle Kinder top
Han, Dummkopf, blöder!
Innerlich verflucht Uliza ihren Bruder, weil er mal wieder alles vermasseln muss. Alles ist so gut gegangen bis jetzt... Aber um sich weiter zu ärgern hat sie keine Zeit und sie schwört sich nur noch, dass sie ihm dafür mächtig die Nase verhauen würde, da gibt Mirjam auch schon das Zeichen, dass alle Kinder auf die Bühne kommen sollen.
Schnell stolpert Uliza hinter Mimyana und Sylla her nach vorne. Jetzt ist sie nicht mehr alleine auf der Bühne und auch gar kein bisschen mehr nervös. Das Schlusslied können sie alle zusammen ganz gut, weil man es sich so leicht merken kann. Es ist zwar ganz schön lang, aber das macht gar nichts, wenn sie alle zusammen singen können.
Die Kinder stellen sich nebeneinander am Rand der Bühne auf und fassen sich an den Händen. Die Musik beginnt und so laut sie können singen sie alle zusammen mit strahlenden Mienen das Schlusslied ihres Mittelerde-Theaters:
"Das Erbe des Sehens das Leben uns bringt
Riech die Rose, die Schöne,
Hör den Vogel der singt.
Sieh wie das Mondlicht über dem Meere liegt
Und verstehe: Das Leben ist mehr als Kampf und Krieg.
Und manche sahen Schiffe, und den König siegen,
und mancher Füsse sind aus Blei, und manche können fliegen.
Manche kämpfen um das nackte Leben
Und mancher Löffel ist aus Gold.
Manche gehen niemals von zuhause fort
und manche gehen sogar bis zum Mond.
Und denkst du nicht dass alles Leben auf der ganzen Welt
so schön ist wie dieses, das dir so gut gefällt?
So schön wie wir mit Stadt und Turm und unsern hellen Klingen.
Wer sagte denn, die Nachtigall könnt' nicht wie wir auch singen?
Und in dem Wald da tanzen Elben
Mit silbernem Gesicht.
Unsre Welt hat nie ein Ende
Wir sind Brüder, ewiglich.
Der Zwerg und Beorns grosser Bär,
der Ork und dieser Hobbit,
sind alles Kinder dieser Welt
und schreiben die Geschichte mit.
Ob Tier ob Mensch und anderes, schlaft alle friedlich ein.
Adler und Taube fliegen weit,
So soll es immer sein.
Egal wie nah, egal wie fern
Uns unser Leben hält.
In Träumen sehen wir uns gern
und teilen diese Welt. "
Zwar schleicht sich ab und zu irgendwo ein falscher Ton ein, aber das stört gar nicht, bei der vielen schönen Musik und der Freude, mit der die Kinder dem Publikum ihre Botschaft verkünden. Strahlend schauen sie in die Runde, als die letzte Zeile gesungen ist und die Musik verklingt, und entdecken lauter freundliche, begeisterte Gesichter. Mit heissen Backen und leuchtenden Augen stolpern sie schliesslich von der Bühne und machen Platz für das eigentliche Schauspiel, während dem sie wieder beruhigt und stolz in die Rolle eines Zuschauers schlüpfen dürfen.

